Canonical Tags und 301 Redirects gegen Duplicate Content

Veröffentlicht in SEO am von
Zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2018 

Was ist Duplicate Content?

Duplicate Content entsteht, wenn von Suchmaschinen unter verschiedenen URLs der gleiche Inhalt zu finden ist. Dieser doppelte Seiteninhalt wirkt sich negativ auf das Suchmaschinen-Ranking aus, denn zum Einen ist doppelter Content ein Verstoß gegen die Richtlinien von Google und zum Anderen wird die Bedeutung des Inhalts der Seite quasi aufgeteilt und vermindert.

Wann können solche Duplikate entstehen?

a) Zum einen durch die falsche Einstellung auf dem Server für ein und die selbe Domain.
z.B. https://www.blog.de und https://blog.de

Hier ist der richtige Weg um eine permanente 301 Umleitung in der htaccess Datei einzurichten. Diese Datei liegt versteckt im Hauptverzeichnis der Domain aund lautet ‚.htaccess.txt‘.

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^blog.de$ [NC] RewriteRule ^(.*)$ http://www.blog.de/$1 [L,R=301]

Dies teilt den Suchmaschinen mit, daß die Seite http://blog.de nun permanent auf http://www.blog.de umgezogen ist. Mit dieser Umleitung wird ein Besucher direkt auf die www Domain umgeleitet und Suchmaschinen nehmen automatisch diese Domain als Originalquelle.

Der andere Fall liegt zum Beispiel im Onlineshop vor.

Hier findet man viele gleiche Produkte, die den gleichen Beschreibungstext haben, und sich nur in der Farbe und Größe unterscheiden. Ist nun eine und die selbe Hose in verschiedenen Farben vorhanden, so hätten diese nun unterschiedliche URLs, jedoch alle mit dem gleichen Inhalt:

https://www.hosenshop.de/latzhose
https://www.hosenshop.de/latzhose?blau
https://www.hosenshop.de/latzhose?rot

Was macht nun der kanonische Tag?

Der Kanonische Tag ist ein meta-tag, der im Header des HTML Dokumentes platziert wird und der Suchmaschine mitteilt, welches nun die kanonische (originale) Version von der Seite ist, die gerade angezeigt wird. Dadurch wird der Seiteninhalt, auf dem dieses Tag eingesetzt wird, aus der Suchmaschine herausgehalten und Duplicate Content vermieden.

Nun denken Sie sich sicher, daß Sie dann ja auch eine 301-Weiterleitung dafür einrichten könnten?

Nein, da nicht nur Suchmaschinen der 301-Weiterleitung folgen, sondern auch Browser. Hat sich nun jemand den Link für die rote Latzhose gespeichert, oder klickt auf solch einen Link, leitet ihn der 301-Redirect vom Server direkt auf die dafür angegebene Haupt-URL.

Dem kanonischen Tag folgen jedoch nur die Suchmaschinen. Dies ist der gravierende Unterschied zwischen dem kanonischen Tag und der 301-Weiterleitung!
Ein Weiterer ist, daß die 301 Umleitung für Suchmaschinen quasi ein Befehl ist, während ein Kanonischer Tag eine Art Empfehlung ist. Das heißt, den Suchmaschinen werden diese Angaben gemacht, ob sie diese jedoch befolgen, ist deren Entscheidung – diese hängt von vielen anderen Faktoren ab.

Weitere Vorteile der korrekten 301-Weiterleitung

Der sogenannte Link Juice (Verknüpfungsstärke), Social Signals (Social Media) und andere externe Werte werden nun auf die Zielseite übertragen. Unter dem Linkjuice versteht man die Übertragung der Eigenschaften von einer Seite zur anderen. Dazu gehören der Page Rank, der Trust Rank und der verlinkte Text.

Wie wird der canonical tag in die Seite eingesetzt?

Auf dem html-Dokument im Head-Bereich wird der entsprechende meta-tag eingefügt:
Nun weiß die Suchmaschine, daß z.B. die URL mit ‚http://www.hosenshop.de/latzhose?rot‘ die Haupt-URL ‚http://www.hosenshop.de/latzhose hat, und diese zum indexieren nehmen soll.

Zum Überprüfen der eigenen Seite nach Einrichtung, oder auch um sich auf anderen Seiten das mal anzuschauen, gibt es für Browser Add-Ons mit derer Hilfe dies möglich ist.

Für Chrome-Browser heißt es simpel Canonical und für Firefox Search Status.

Vorsicht vor diesen 6 Fallen!

  1. Links Absolut angeben:

    Es ist empfehlenswert nur absolute Links zu verwenden: also http://www.domain.de/seite. Denn wenn die Webseite selbst mit relativen Pfadangaben arbeitet, können unter Umständen die Linkangaben im Canonical Tag fehlerhaft interpretiert werden.

  2. XML-Sitemap:

    Hier gehören nur die Seiten rein, die kein wegführendes Canonical-Tag haben! Denn in die Sitemap gehören nur Seiten, die auch gecrawlt werden sollen, also indexierbar sind.

  3. Paginierte Seiten:

    Hier handelt es sich zwar um den gleichen Code, aber keineswegs um den gleichen Inhalt – also kein Canonical Tag in HTML Seiten setzen, die Inhalte fortlaufend anzeigen.

  4. Mobile Webseiten:

    Wird die Mobile Version der Seite unter einer einer anderen URL ausgeliefert, ist es wichtig den Canonical Tag nicht nur in der mobilen Variante einzutragen, sondern ebenfalls die Desktop-Version entsprechend auszuzeichnen:
    Desktop-Seite: <link rel=“alternate“ media=“only screen and (max-width: 640px)“ href=“http://m.blog.de/seite“ >
    Mobile Seite: <link rel=“canonical“ href=“http://www.blog.de/seite“ >

  5. Multilanguage Seiten:

    Hier wird mit dem Meta-Tag ‚hreflang‘ gearbeitet, und es ist darauf zu achten, daß man bei den Canonical Tags auch innerhalb einer Sprache bleibt!

  6. Keine Garantie:

    Wie die Suchmaschinen mit den Tags umgehen, bleibt ihnen überlassen. Man kann also das Setzen der Canonical Tags nur als Empfehlung an Google & Co ansehen – eine Garantie gibt es nicht.

 

Mit den Canonical Tags hat man ein mächtiges Werkzeug in der Hand – es ist aber wichtig, daß sie richtig eingesetzt werden.
Eine falsche Handhabung, kann gravierende Folgen haben – angefangen von Endlosschleifen, in denen von der einen URL zur nächsten und wieder zurückgesprungen wird bis hin zur Fehlinterpretation, die mit Rankingabstufungen einhergeht.
Mit den oben verlinkten Add-Ins für die Browser Chrome und Firefox haben Sie aber die Möglichkeit Ihre Seite nach einer Implementierung ausführlich zu testen und dann Korrekturen vorzunehmen.

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